|
Gesetzliche RenteSinkendes Rentenniveau – jetzt für´s Alter vorsorgenDie Angst vor der Altersarmut hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele Arbeitnehmer und Selbständige, die heute in der Mitte ihres Lebens angekommen sind, fragen sich, wie es nach dem Wechsel in den Ruhestand weitergeht. „Werde ich bis 75 oder 80 arbeiten müssen, um nicht am Tropf der Sozialhilfe leben zu müssen?“ Die gesetzliche Rentenversicherung ist nach Ansicht vieler Experten nicht mehr in der Lage, diese Entwicklung aufzuhalten.
Bereits jetzt wird davon ausgegangen, dass das Rentenniveau im Jahr 2030 unter die Marke von 50 Prozent rutscht (das Rentenniveau drückt das Verhältnis der Renten in Bezug auf die Jahresarbeitsentgelte aus). Pessimisten gehen von einer noch dramatischeren Abwärtsspirale aus. Wer heute ins Berufsleben einsteigt, steht daher vor einem Problem, der Unwissenheit, ob die gesetzliche Rente überhaupt noch den Bedarf ansatzweise decken kann. Experten weisen deshalb daraufhin, möglichst früh selbst aktiv zu werden und eine private Altersvorsorge zu betreiben.
Private Altersvorsorge: Chancen für den RuhestandWie sollte die private Altersvorsorge aber aussehen? Ein Geheimrezept für die private Rente wird man mit Sicherheit vergeblich suchen. Es werden immer individuelle Faktoren entscheiden, welche Möglichkeit zum Sparen die beste Wahl ist. Allerdings können sich Erwerbstätige darüber informieren, welche Möglichkeiten der privaten Rentenversicherung ihnen offenstehen. Hierfür lohnt es sich, kurz einen Abstecher zum neuen Rentenmodell zu machen, das aus drei Säulen besteht: einer Basisversorgung, privaten Rentenversicherungen (Riester-Rente) und anderen Kapitalanlagen.
Die Basisvorsorge: Rürup RenteIn den Bereich der Basisvorsorge fallen die gesetzliche und die Rürup Rente. Letztere ist in erster Linie für Erwerbstätige gedacht, die nicht im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung über eine Basisrente verfügen, kann aber auch von jedem anderen Erwerbstätigen abgeschlossen werden. Aufgrund ihres Anspruchs ist die Rürup Rente als Altersvorsorge an strenge Regeln geknüpft. Sie darf z. B. nicht über ein Kapitalwahlrecht, sondern nur als Leibrente ausgezahlt werden. Einen entscheidenden Vorteil hat diese Form der Rentenversicherung – sie ist über das Alterseinkünftegesetz steuerlich in der Einzahlungsphase absetzbar. Beiträge zur Rürup Rente können ab 2025 voll bis zu einer Höhe von 20.000 Euro geltend gemacht werden. Im Gegenzug müssen die Auszahlungen der Rentenversicherung besteuert werden.
Riester Rente – Altersvorsorge vom StaatDie Riester Rente hat sich in der Vergangenheit zu einem Liebling deutscher Sparer entwickelt. Der Grund sind die staatlichen Förderungen der Riester Rente. Damit will Berlin die Erwerbstätigen zu mehr Initiative ermuntern. Wie sieht die Riester Rente im Einzelnen aus? Die jährlichen Zulagen können nur von bestimmten Personenkreisen in Anspruch genommen werden (Arbeitnehmer, Beamte usw.) und richten sich nach der Höhe der eingezahlten Beiträge bzw. ob der Sockelbeitrag erreicht wurde. Bemessungsgrundlage für die Riester Rente sind vier Prozent des Vorjahreseinkommens. Erst wenn diese Summe über den Beitrag erreicht ist, fließt die volle Zulage von 154 Euro für den Riester-Sparer bzw. 185 Euro (für Kinder bis 2008) oder 300 Euro für Kinder, die nach 2007 geboren worden sind.
In Bezug auf die Besteuerung wird die Riester Rente anders behandelt als die Rürup Rente. Die Prämien sind in geringerem Umfang während der Ansparphase ansatzfähig. Im Gegenzug werden auch nur die Erträge in der Auszahlungsphase besteuert, da die Beiträge in der Regel aus bereits versteuertem Einkommen stammen. Einen großen Vorteil hat die Riester Rente: Sie kann in Form des Wohnriester für die Anschaffung einer Wohnimmobilie genutzt werden. Übrigens: Ehepartner von Riester-Sparern sind mittelbar zulagenberechtigt, auch wenn sie nicht der gesetzlichen Rentenversicherung angehören.
Lebensversicherungen und KapitalanlagenParallel zu den beiden bereits genannten Formen der Altersvorsorge bietet der Markt weitere Optionen. Dazu gehören unter anderem Kapitallebensversicherungen, private Rentenversicherungen, Investmentfonds usw. Speziell die Kapitallebensversicherung war lange ein Lieblingskind der deutschen Sparer. Inzwischen haben sinkende Renditen und Änderungen bei der Besteuerung dazu geführt, dass die Lebensversicherungen an Attraktivität verloren haben. Aufgrund der Tatsache, dass bei einer Laufzeit von mehr als 12 Jahren und einer Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr nur die Hälfte des Ertrags einer Kapitallebensversicherung der Besteuerung unterworfen wird, sind sie als ergänzende Altersvorsorge immer noch eine Möglichkeit zum Sparen für die Rente. Für alle Kapitalanlagen, die als Form der Rentenversicherung gedacht sind, gilt der Hinweis auf ein möglichst hohes Sicherheitsniveau.
Die Generation der heute jungen Erwerbstätigen und Berufseinsteiger hat viele Möglichkeiten, für die Rente vorzusorgen. Damit Sparvorgang, Rendite und auch die Option des Steuersparens Hand und Hand gehen, lohnt es sich, in die Suche nach den passenden Anlageprodukten und Rentenversicherungen mehr Zeit zu investieren.
|
|
|